Häufige Fragen zu Kurzumtriebsplantagen

Was ist Energieholz?Dient der Anbau schnell wachsender Bäume als nachwachsender Rohstoff ausschließlich der Energiegewinnung, so spricht man von Energieholz (Erzeugung von Holzhackschnitzeln für Heizkraftwerke).

Für welche Flächen sind Holzfelder geeignet?Für alle landwirtschaftlichen Flächen, zum Beispiel Äcker, Grünland, wenig rentable Flächen-Grenzstandorte sowie Industriebrachen, Trassen- und Rekultivierungsflächen.

Welche schnell wachsenden Baumarten sind geeignet?Geeignet sind alle Baumarten mit einem raschen Jugendwachstum und Wiederausschlagsfähigkeit aus dem Wurzelstock, wie zum Beispiel Weide, Pappel, Robinie und Erle.
Weitere Merkmale sind Dichtstandsverträglichkeit, Regenerationsvermögen auch nach mehreren Ernten, Früh- und Spätfrostresistenz. Jeder Pflanzung sollte eine Standortanalyse vorausgehen, damit die passenden Baumarten ausgewählt werden können.

Wie beeinflusst die Pflanzdichte das Wachstum und den Ertrag?Die Pflanzdichte hat Einfluss auf die Ernte:

- Ist viel Licht vorhanden, werden die Stämme dicker und es werden mehr Äste gebildet. Bei schlechteren Standorten bringt weniger Dichte einen größeren Nutzen.
- Werden die Pflanzen dichter gesetzt, bilden sich dünnere Triebe.
- Das Pflanzgut muss im gleichen Alter sein.

Was versteht man unter Umtriebszeit?Die Umtriebszeit beschreibt die Zeit zwischen zwei Ernten. Die Länge der Umtriebszeit ist von der späteren Nutzung des Holzes und der Baumart abhängig. Für Energieholz wählt man eine kürzere Umtriebszeit (etwa drei bis vier Jahre) als für Industrieholz. Die Umtriebszeit und der Pflanzabstand sind miteinander verknüpft: Je kürzer die Umtriebszeit, desto höher kann die Pflanzdichte gewählt werden. Sollen stärkere Stammdurchmesser erzielt werden, wird die Wachstumszeit länger und der Pflanzabstand größer.

Welche Ansprüche werden an den Boden gestellt?Auszuschließen sind extreme Flachgründigkeit und Staunässe.

Wie muss der Boden vor der Pflanzung beschaffen sein? Ist Pflanzenschutz nötig? Einzelfall beachten!

- Flächenvorbereitende Bodenbearbeitung (Pflügen), falls nötig
- fallweise Totalherbizid
- Die Form der Unkrautbekämpfung ist auf die Flächenvornutzung und das Pflanzmaterial abzustimmen.

Sind Spezialmaschinen für die Pflanzung und Ernte notwendig? Welche Erntetechnik wird benötigt?- Pflanzmaschinen für verschiedene Verhältnisse
- Erntemaschineneinsatz abhängig vom Betriebsziel

Wann ist eine Düngung erforderlich?Keine Düngung im ersten Jahr, da dadurch das Wachstum des Unkrauts gefördert wird. (Ausnahme: sehr nährstoffarme Böden oder einseitiger Nährstoffmangel). Auf ehemaligen Ackerflächen sind meist Nährstoffreserven vorhanden.
Nach der Ernte ist eine Düngung der Fläche zu empfehlen, um den Nährstoffentzug auszugleichen und den Wiederausschlag der Stöcke zu fördern. Über die Blätter gelangt ebenfalls ein großer Teil der Nährstoffe wieder in den Boden zurück. Zugleich werden ständig neue Nährstoffe durch das anhaltende Wachstum der Wurzeln erschlossen, während die Krone durch die regelmäßige Ernte relativ klein bleibt.

In welcher Form wird das Pflanzmaterial angeboten?Überwiegend als Steckhölzer (einjährige Triebe, Klone) oder bewurzelte Pflanzen.

Wann ist der beste Pflanzzeitpunkt? - Steckhölzer werden im Frühjahr in den Boden gesteckt. Hier ist auf gute Erdumschließung des Stecklings (Bodenvorbereitung) zu achten, denn lose Stecklinge sind austrocknungsgefährdet.
- Bewurzelte Sämlinge werden im Herbst gepflanzt, um die Winterfeuchte auszunutzen; ebenfalls ist eine Frühjahrspflanzung möglich.

Wie viele Stecklinge werden pro Hektar benötigt?Siehe Tabelle „Welcher Baum ist der Richtige?“

Wann ist der günstigste Erntezeitpunkt?KUP werden im Winter geerntet, um die Wiederausschlagsfähigkeit nicht zu gefährden. Im Winter sind die Reservestoffe der Bäume in den Wurzeln gespeichert und so ist ein kräftiges Austreiben im Frühjahr möglich. Ebenso bleibt durch eine Ernte nach dem Blattabfall ein großer Teil der Nährstoffe auf dem Feld, steht also den Pflanzen anschließend wieder zur Verfügung. Eine weitere Voraussetzung ist die Bodenfestigkeit (evtl. Frost) für die Erntemaschinen.

Wie oft kann geerntet werden?Kurze Umtriebszeit: etwa drei bis fünf Jahre, abhängig von der Baumart.
Die Gesamtnutzungszeit einer Kurzumtriebsfläche liegt bei mindestens 20–30 Jahren.

Was kostet ein Energiewald?- vor der Pflanzung: Bodenherbizid aufbringen (nicht zwingend notwendig, abhängig von der Flächenvornutzung)
- Flächenvorbereitung zur Erstanlage (Pflügen, Eggen)
- Pflanzbereitstellung
- Abstecken/Pflanzen
- Pflege

Wie hoch sind die Erträge pro Hektar?7 bis 20 t (absolut trocken)/a ha

Muss das Holz nach der Ernte getrocknet werden?abhängig vom Verwendungszweck

Wie grob sollte das Holz gehackt sein, um es lagern zu können?abhängig vom Verwendungszweck

Welche Gefahren stellen Schädlinge dar?Pilze (Pappelrost), Insekten (Blattkäfer, Bockkäfer), Wild sowie Zwischenwirte in der Landschaft stellen Gefahren für die Ernte dar. Krankheiten und Insekten können von alten Baumbeständen, die sich in der Nähe der Anbaufläche befinden, überspringen. Deshalb sollte der Baumbestand der Umgebung vor der Anlage geprüft werden. Hierzu berät Sie die Märka gemeinsam mit unserem Kooperationspartner Forstbaumschule „Fürst Pückler“ gern.
Wildverbiss kann in Weidenkulturen auftreten: „Wildschäden sind bei dichtem Pflanzverband eher in den Randbereichen von Schlägen zu finden, also dort, wo das Wild leicht an die Bäume gelangt. […] Mögliche Maßnahmen, um die Weide zu schützen, sind die Anlage möglichst großer Flächen (mehrerer Klone), die Mischung mit am Rand des Schlages angepflanzter Pappel und der Einsatz chemischer Stinkmittel („Duftzaun“).
Quelle: FHP „Bewirtschaftung von Kurzumtriebsflächen“

Ist eine Umzäunung gegen Wildverbiss erforderlich?Hat sich als unwirtschaftlich erwiesen.

Sind Energiewälder Wald oder landwirtschaftliche Nutzfläche?Bei Etablierung auf landwirtschaftlicher Nutzfläche (Kataster):
Gelten Energiewälder als landwirtschaftliche Nutzfläche. Voraussetzung ist eine einmalige Ernte innerhalb von 20 Jahren.

Wie lässt sich ein Holzfeld rekultivieren?Die Wurzelstöcke können nach Ende der Rotationszeit entfernt und die Fläche wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt werden. Mögliche Vorgehensweisen:
- Wurzelstücke mittels Forstmulcher zerschlagen, in Boden einarbeiten, dann eggen.
- Zerstörung der Wurzelstöcke mit einer Fräse, Pflanzen noch einmal hoch wachsen lassen und tot spritzen.
- Nachbau konkurrenzstarker Fruchtart

Wer ist mein Ansprechpartner bei Fragen zur Auswahl der Flächen, der geeigneten Baumart, Pflege und Ernte?Unser Kooperationspartner, die Forstbaumschule „Fürst Pückler“ Zeischa GmbH bietet in den neuen Bundesländern eine umfassende fachliche Beratung zur Anlage einer KUP: Standortauswahl, Baumart, Flächenvorbehandlung, Pflanzung, Pflege der Kultur, Ernte. Die Umtriebszeit, Baumarten und der Pflanzabstand müssen auf die gewünschte Quali tät des Holzes (späterer Verwendungszweck „Energieholz“) und die Erntemöglichkeiten abgestimmt werden.
Die Forstbaumschule produziert im Bereich Bad Liebenwerda Steckhölzer und bewurzelte Pflanzen für den Energieholzanbau (Lieferung frei Baustelle).

Können öffentliche Fördermittel für die Anlage einer KUP beantragt werden?Ja. Spezielle Programme, z. B. über ELER (Achtung: Bundesland beachten – es gibt Unterschiede!)

Welcher Baum ist der richtige?Siehe folgende Tabelle:

  Weide Pappel Robinie
Eigenschaften und Bedingungen Besonders schnellwüchsig in der Jugend; viele Triebe; benötigt einen Wasserüberschussstandort (feuchte Böden oder Regen) Benötigt gute Nährstoffverhältnisse, frische Böden, keine Staunässe; große Sortenvielfalt; Leistung bis in mäßige Verhältnisse Verträgt Trockenheit und nährstoffärmere Böden sowie extreme Einstrahlung. Hat die Fähigkeit, Luftstickstoff zu binden.
Bodenpunkte Wasser 30+ 15+
Pflanzgut Steckhölzer Steckhölzer, bewurzelte Sortimente bewurzelte Ware
Zeitpunkt der Pflanzung Frühjahr Frühjahr, fallweise Herbst/ bewurzelt Herbst, Frühjahr
Steckhölzer/Pflanzen pro ha (in Stück) abhängig von der Pflanzdichte; Richtwert: 10.000–15.000 abhängig von Pflanzdichte und Betriebsziel; Richtwert: 5.000–10.000 abhängig von der Pflanzdichte; Richtwert: 6.000– 10.000
Erste Ernte nach 2 bis 3 Jahren nach frühestens 3 bis 5 Jahren nach 3 bis 5 Jahren oder 5 bis 10 Jahren (6–8.000/ha)
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