Stroh als Baumaterial
Manche von ihnen stehen schon seit hunderten von Jahren: Fachwerkhäuser aus Lehm und Stroh. Bei der Restaurierung dieser Häuser kam man hinter das Geheimnis der uralten Bautechnik, bei der ausschließlich natürliche Baustoffe verwendet wurden. Heutzutage lassen sich mit Strohballen auf einfache Weise hochwärmegedämmte, umweltfreundliche Wohnhäuser erstellen. Dabei werden Strohballen als dämmende Ausfachung in ein Holzständerwerk eingesetzt und verputzt. Auch ein lasttragender Einsatz, bei dem die Ballen als überdimensionale Mauersteine in einer verputzten Wand Dach- und Deckenlasten übernehmen, ist möglich.
Der Strohballenbau leistet dreifachen Klimaschutz:
- Beim Wachstum der Pflanze wird der Atmosphäre CO2 entnommen.
- Durch die geringe Herstellungsenergie (ca. um Faktor 100 geringer als von Mineralwolle und Polystyrol) wird weniger klimaschädliches CO2 emittiert.
- Durch die sehr guten Dämmeigenschaften von Strohballenwänden (Passivhaus-Qualität möglich!) wird weniger Heizenergie verbraucht und dadurch die Schadstoff- und CO2 Emission beim Betrieb des Gebäudes verringert. Holz, Lehm und Stroh als wesentliche Bestandteile enthalten keine Schadstoffe, sind nachwachsend, bzw. in fast unbegrenzter Menge vorhanden. Lehm auf den Decken- und Wandoberflächen sorgt für ein angenehmes und gesundes Raumklima. Wenn die Baufamilie beim Einbau der Strohballen und beim Verputzen mit anfasst, lässt sich Wohnraum besonders kostengünstig erstellen.
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