Häufige Fragen zu Biodiesel
Zu Biokraftstoffen gibt es eine Menge
Meinungen. Wenn Kritik geäußert wird, basiert sie oft nicht auf Fakten. Wir
möchten hier auf einige Einwände gegen Biokraftstoffe näher
eingehen.
Macht Biodiesel das Essen teuer?
Biodiesel ist ein Koppelprodukt der Nahrungsmittelproduktion! Die sich verändernden Ernährungsgewohnheiten insbesondere in Asien führen zu einer steigenden Nachfrage nach Nahrungsmitteln wie Fleisch und Milchprodukten. Der damit eingehende steigende Bedarf an Futtermitteln für die wachsenden Viehbestände wird durch den Anbau von eiweißhaltigen Ölpflanzen gedeckt. Der zusätzliche Anbau von Ölpflanzen sorgt damit dafür, dass mehr Nahrungsmittel produziert werden. Das bei der Herstellung von Futtermitteln zwangsläufig anfallende Pflanzenöl findet in der Lebensmittelmittelindustrie nicht uneingeschränkt Verwendung – es kann jedoch optimal bei der Gewinnung von Biokraftstoffen wie Rein-Pflanzenöl und Biodiesel genutzt werden. Als Koppel- bzw. Nebenprodukt der Lebensmittelkette entsteht somit ein Energieträger, der mit seiner guten Umweltbilanz einen entscheidenden Beitrag zur Lösung der Treibstoff-, Kraftstoff- und Energieprobleme leistet.
Nimmt Biodiesel der Nahrungsmittelproduktion Flächen weg? Da Biodiesel als Koppelprodukt der Nahrungsmittelkette entsteht, wächst die Rohstoffbasis für die Biodieselproduktion proportional mit den Anbauflächen für Ölsaaten zur Erzeugung pflanzlicher Proteine. In Osteuropa stehen schätzungsweise 35 Mio. ha brach liegendes Ackerland zur Verfügung. Würde man diese Flächen im Rahmen der klassischen Fruchtfolge nur zu einem Viertel mit Raps bebauen, ergäbe dies eine jährliche Produktion von ca. 25 Mio. t eiweißhaltige Futtermittel und einen damit gekoppelten Pflanzenölertrag, aus dem sich über 15 Mio. t Biodiesel herstellen ließen. Allein mit dieser zusätzlichen Menge Biodiesel würde die angestrebte Beimischungsquote von 17 % für den Bedarf der gesamten EU erfüllt werden können.
Zerstört Biodiesel Regenwälder? Unser Biodiesel lässt den Regenwald in Ruhe! Biokraftstoffe werden in Deutschland hauptsächlich mit heimischer Biomasse erzeugt, nämlich aus Raps. Palmöl aus Indonesien spielt auf dem deutschen Biokraftstoffmarkt keine Rolle. Bei niedrigen Temperaturen wird Biodiesel aus Palmöl nämlich fest und scheidet als Kraftstoff in Mittel- und Nordeuropa aus.
Hat Biodiesel keine bessere Klimabilanz? Biodiesel spart bis zu 66% CO2 ein! Das bei der Verbrennung von Biodiesel freigesetzte CO2 entspricht der Menge, welche die Pflanze während ihres Wachstums aufgenommen hat. Nachgewachsene Biomasse absorbiert wiederum die freigesetzte Menge CO2. Dazu kommt, dass immer mehr Flächen in Deutschland mit Biodiesel bewirtschaftet werden. Es handelt sich somit um einen geschlossenen CO2-Kreislauf. Die Klimabilanz des Biodiesels hängt auch davon ab, wie energieintensiv der Anbau ist (z.B. Düngung, Pflanzenschutz, Kraftstoffeinsatz) und wie aufwendig sich der Transport (Trans Märka fährt mit Biodiesel!) und die Umwandlung gestaltet. Aus Sicht der Klimabilanz sind daher geschlossene, dezentrale Kreisläufe optimal, bei denen heimische Energiepflanzen effizient genutzt werden. Aus Raps wird in Ölmühlen Pflanzenöl und Futter gewonnen. In der Biodiesel-Anlage wird das Pflanzenöl zu Biodiesel aufbereitet, der dann als hochwertiger Biokraftstoff in Schleppern, Dreschern, Autos, LKW oder Schiffen verbraucht werden kann. Nachwachsender Raps absorbiert das ausgestoßene CO2 wieder. Das in der Ölmühle angefallene Rapsschrot dient als proteinhaltiges Futter in der Viehzucht. Dort anfallende Gülle kann wiederum in Biogasanlagen energetisch verwendet werden. Gärreste aus Biogasanlagen können schließlich als Dünger für den Rapsanbau dienen. Die dafür gebrauchte Prozessenergie für die Bewirtschaftung der Flächen, Transport usw. ist Biodiesel.
Verursacht Biodiesel Monokulturen? Biodiesel ist sinnvoller Teil der Fruchtfolge! Nachhaltiger Rapsanbau setzt auf die klassische Fruchtfolge, in der jede Frucht nur alle drei bis vier Jahre angebaut werden darf. An jeden Standort können Fruchtfolgen angepasst werden, die mit Energiepflanzen wie z.B. Raps optimale Erträge und Bodenschutz erreichen. Die Fruchtfolge dient der aktiven Bodenverbesserung, der Nitratanreicherung, Vorbeugung von Erosionsschäden und der Gesunderhaltung der Pflanzen. Raps kann nur mit drei- bis vierjährigem Abstand wieder auf derselben Fläche angebaut werden - eine Monokultur ist damit ausgeschlossen. Beim Anbau von Energiepflanzen (z.B. Biogas oder Biokraftstoffe) müssen auch die Cross Compliance-Vorgaben der EU eingehalten werden. Diese schreibt eine Reihe von Nachhaltigkeitskriterien vor, die jeder Landwirt einhalten muss. Damit wird schon heute ein zu hoher Anteil von Raps in der Fruchtfolge verhindert. Zugleich erschließt zusätzlicher Rapsanbau weitere, bisher nicht genutzte Flächen für die Nahrungsmittelproduktion. Landwirtschaftliche Betriebe, die im Rahmen der „Guten fachlichen Praxis“ arbeiten, produzieren nicht nur Lebensmittel und Biokraftstoffe, sondern tragen auch ganz erheblich zu einer ordnungsgemäßen Landschaftspflege bei.
Kann man Biodiesel auch im Winter fahren? Vor einigen Jahren hatten viele Dieselfahrzeuge im Winter erhebliche Probleme. Dieselkraftstoffe können bei tiefen Temperaturen ausflocken und die Filter und Kraftstoffleitungen verstopfen. Dieses Problem kann auch bei Biodiesel auftreten. Bei niedrigen Temperaturen können sich Kristalle bilden, die so groß werden können, dass sie die Kraftstofffilter verstopfen. Dies muss aber nicht passieren! Wir geben unserem Biodiesel Additive zu, die dafür sorgen, dass der Biodiesel bis -20 Grad Celsius ohne Probleme eingesetzt werden kann.
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